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CfP: Offiziere, Unternehmer, Karrieremigranten und Diplomaten: Militärunternehmer in der Frühen Neuzeit

31. August 2019 Add to calendar
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Offiziere, Unternehmer, Karrieremigranten und Diplomaten: Militärunternehmer in der Frühen Neuzeit
Internationale Tagung, Bern, 18.-20. Juni 2020

Organisation:
Projektgruppe des SNF-Projekts «Militärunternehmertum und Verflechtung», Historisches Institut der Universität Bern (Leitung Prof. Dr. André Holenstein, Dr. Philippe Rogger)

Die Erforschung des frühneuzeitlichen Militärunternehmertums ist vergleichsweise jung. Den Markstein für eine historische Phänomenologie setzte Fritz Redlich in den 1960er-Jahren mit seiner unternehmensgeschichtlichen Studie zum «German Military Enterpriser». Vor wenigen Jahren wurde die Diskussion um die definitorischen Merkmale des Militärunternehmers neu entfacht. Die Debatten um den fiscal-military state bzw. den contractor state im 18. Jahrhundert lenkten den Blick weg vom «Unternehmer in Uniform». Unter dem Label des Militärunternehmers wurden nunmehr alle Akteure erfasst, welche die Heere mit Waren, Dienstleistungen und Kapital versorgten. Weitere Impulse gingen sodann von verschiedenen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft aus. Aktuelle Fragestellungen etwa nach der sozialen Mobilität oder nach der grenzüberschreitenden Verflechtung der Militärunternehmer stehen in einem engen Zusammenhang mit der Hinwendung der «neuen» Militärgeschichte zur Sozialgeschichte oder den methodischen Reflexionen der «neuen» Diplomatiegeschichte. Seit einiger Zeit sieht sich die Engführung des Militär- und Kriegswesens als Herrschaftshandeln und exklusive Männerdomäne insbesondere von der Migrations- oder Geschlechtergeschichte herausgefordert.

Dieser pluridisziplinäre Zugang zur Thematik sowie die länderspezifischen Unterschiede hinsichtlich Ausformung und Entwicklung des Militärunternehmertums im Europa der Frühen Neuzeit laden dazu ein, neuste Forschungsresultate in einem Länder und Verfassungsstrukturen übergreifenden, diachronen Vergleich zusammenzuführen und Perspektiven für die künftige Forschung aufzuzeigen.

Die Tagung fokussiert das 17. und 18. Jahrhundert und setzt folgende thematische Schwerpunkte:
- Militärische Expertise und Performanz im Feld
- Formen und Akteure des Unternehmens
- Ökonomische Chancen und Herausforderungen
- Finanzierungstrategien, Güter- und Kapitalmärkte, Netzwerke
- Diplomatie und Patronage

Vorschläge für Vorträge (maximal 3000 Zeichen) mit kurzem CV werden bis am 31. August 2019 an philippe.rogger@hist.unibe.ch erbeten.

Tagungssprachen: Deutsch, Französisch und Englisch
Spesen: Reise- und Übernachtungskosten werden den Referierenden erstattet.

Organisiert von: 
Projektgruppe des SNF-Projekts «Militärunternehmertum und Verflechtung», Historisches Institut der Universität Bern (Leitung Prof. Dr. André Holenstein, Dr. Philippe Rogger)

Veranstaltungsort

Historisches Institut
Länggassstrasse 49
3000
Bern

Kontakt

Dr. Philippe Rogger

Kosten

0.00 CHF