Die Familie in Staatstheorien der Frühen Neuzeit

16.10.2018 - 19:45 Add to calendar

Vortrag von Prof. Dr. Jon Mathieu (Historisches Seminar, Universität Luzern) im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung des universitären Forschungsschwerpunkts FaMiGlia.

Die Beziehung zwischen Staat und Familie hat verschiedene Dimensionen, von religiösen und rechtlichen über politische bis hin zu soziokulturellen. Häufig wird die Familie als „Keimzelle“ des Staates bzw. der Gesellschaft bezeichnet und auch in Formulierungen wie „Vater Staat“ oder „Mutter-/Vaterland“ bedient sich die Sprache über eine höhere soziale Einheit der Familienmetaphorik. In der Schweiz wie in den meisten Nationalstaaten genießen Ehe und Familie besonderen Schutz, und verankern ihn im Grundgesetz oder der Verfassung. Das klingt zunächst einfach, wirft in der Praxis jedoch die Frage auf, was genau unter Familie verstanden wird, wer dazugehört und wie die Beziehung zwischen Staat, Recht und „Familie“ gestaltet ist. Dies wirkt sich zum Beispiel auf das Migrationsrecht (Familiennachzug), Unterhalt und Steuerrecht sowie viele weitere Aspekte des Zusammenlebens aus. Familienformen befinden sich in der Diskussion und damit im Wandel, was sich zum Beispiel bei den Themen der vollständigen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften (Ehe und Adoption) oder an den Konsequenzen neuer Reproduktionstechnologien zeigt. Somit sind rechtliche Grundsätze, kulturelle Ideale und soziale Praxis nicht immer Deckungsgleich. Die daraus entstehenden Spannungsfelder sind Gegenstand der Beiträge dieser interdisziplinären Ringvorlesung, die sich beispielsweise mit Familie und Verwandtschaft in frühen europäischen Staatstheorien, dem angstbesetzten Thema Scheidung in Namibia, und grenzüberschreitender Heiratsmigration befassen.

Sie sind herzlich zu der Ringvorlesung eingeladen.

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