Von der Seuchenpolizei zu Public Health – Öffentliche Gesundheit seit 1750

13.03.2018 - 12:30 Add to calendar


Vortrag von ELISABETH RYTER, Historikerin, Bern

Seit dem 18. Jahrhundert wird Gesundheit nicht mehr als göttliches Schicksal gesehen, sondern als etwas, das die Menschen beeinflussen können – und verantworten müssen. Gesundheit wird als Voraussetzung für Erfolg formuliert, Reinlichkeit und Mässigkeit werden zu bürgerlichen Tugenden. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird die Gesundheitspflege zu einem Handlungsfeld der Politik und von zivilgesellschaftlichen Bewegungen, die den Kampf gegen Krankheiten wie Typhus oder Tuberkulose, gegen Säuglingssterblichkeit oder gegen Alkoholismus aufnehmen. Mit den medizinischen Mitteln des 20. und 21. Jahrhunderts und mit ökonomischen Modellen des Neoliberalismus werden Krankheit und Gesundheit schliesslich wieder individualisiert.

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