Landesgeneralstreik 1918. Unvermeidlich und nahe am Bürgerkrieg?

26.11.2018 - 18:30 Add to calendar

Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Jaun
In den unruhigen letzten Tagen des Ersten Weltkrieges und ein Jahr nach der Russischen Oktoberrevolution rief das Oltener Aktionskomitee (OAK) aus Gewerkschaften und SPS am 11. November 1918 zum Generalstreik auf. Noch Ende Juli des gleichen Jahres hatte das Komitee nach Massnahmen zur Verbesserung der Lebensgrundlagen auf die Ausrufung eines solchen Streiks verzichtet. Im Herbst 1918 sah das OAK bereits seiner Auflösung entgegen. Doch am 7. November stellte es fest: "In einem Augenblick, da unsere Bewegung sich in einem Ruhestand befand, hat der Bundesrat die Arbeiterschaft mit einem Massenaufgebot von Truppen überrascht". Darauf rief das OAK zum landesweiten Proteststreik auf, der sich zum Landes-Generalstreik weitete.

Die Kontroverse über die Hintergründe dieser Eskalation dauert bis heute an. Weshalb kam es zu dieser Wende? War es nachweisbar die Not breiter Bevölkerungsteile, welche die organisierten Arbeiter und Angestellten auf die Strasse trieb? Inwiefern war das massive Truppenaufgebot eine Überreaktion auf die permanente Revolutionsdrohung der Linken? Das Referat geht diesen Fragen und den seit hundert Jahren verbreiteten Erzählmustern nach.

Rudolf Jaun ist emeritierter Titularprofessor Uni Zürich und Dozent Militärakademie/ETHZ. Neuste Publikationen in den Sammelbänden SERIE ARES 3 und 4: "Militärisches Denken in der Schweiz" und "Am Rande des Sturms. Das Schweizer Militär im Ersten Weltkrieg". Aktuell arbeitet er an einer Geschichte der Schweizer Armee.

Foto: Ordnungsdienst-Truppen sperren die Eingänge der Banken am Paradeplatz ab (Gretler's Panoptikum).
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