Die Bilderstürme in der Stadt St. Gallen: Ablauf, Typologie und Wertung

23.11.2017

Man wünschte, sie wären nicht geschehen: die Bilderstürme. Gleichwohl sind sie wichtige Meilensteine bei der Einführung der Reformation gewesen – auch in St. Gallen. Der Vortrag gibt einen Überblick und versucht die Vorgänge einzuordnen. Von 1524 bis 1531 kam es zu Bilderentfernungen in den städtischen Kirchen, zu Bilderbrüchen in den Klöstern auf Stadtgebiet und zum gewaltsamen Bildersturm im Gallusmünster am 23. Februar 1529. Angesichts der Bedeutung des st. gallischen Erbes erscheint insbesondere der Sturm im Kloster aus heutiger Optik problematisch. Was waren die Beweggründe der Täter, was die Gefühle der Opfer? Letztere werden in einem Bericht der Frau Mutter des Klosters St. Leonhard spürbar. «Das weiss Gott, mein Herr. Ihm sei es geklagt und allem Himmelsheer!» schrieb sie nach dem Bilderbruch in St. Leonhard vom 7./8. Juli 1528.

«Jedermann fiel in die Götzen, man riss sie von den Altären, Wänden und Säulen, die Altäre wurden zerschlagen, die Götzen mit den Äxten gespalten oder mit Hämmern zerschmettert. Man hätte meinen können, es sei eine Feldschlacht. Was für ein Getümmel! Was für ein Brechen, was für ein Tosen im hohen Gewölb!» (Johannes Kessler über den Bildersturm im Gallusmünster). Vortrag von Stiftsbibliothekar Dr. Cornel Dora.

Referat von 18.00 bis 19.00 Uhr

Event organizer: 
Ortsbürgergemeinde St.Gallen, Reihe Stadtgeschichte im Stadthaus "Reformation findet Stadt"
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Stadthaus, Festsaal, 3. OG
Gallussstrasse 14
9000
St. Gallen
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23.11.2017 - 18:00